Leistbares Wohnen: DIY Container Houses – Teil 2

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Containerbauten scheinen zunehmend zu einer interessanten Alternative im Wohnungsbau zu werden. Interessiert man sich erstmals dafür – hier etwas aus dem Schatten von Reihenhaus & Co zu kommen – so treten nach der anfänglichen Euphorie doch ersten Fragen auf.

Wir wollten uns – angesichts des vermehrten Interesses – zu diesem Thema auch noch mal mit den gängigsten Punkten in diesen Zusammenhang beschäftigen und hier noch einen kleinen Beitrag dazu liefern.


GENEHMIGUNG:

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Grundsätzlich gilt, dass diese Fragen an die jeweiligen zuständigen Bauaufsichtsbehörde zu stellen sind, da sie von Land zu Land bzw. auch von Landkreis zu Landkreis/Bezirk unterschiedlich sein können.
Wenn Container als Dauerlösung (z.B. für einen Hausbau) angedacht sind ist grundsätzlich davon auszugehen, dass dieses Gebäude baugenehmigungspflichtig ist. (Ausnahmen sind wahrscheinlich Nebengebäude wie Garagen, die vielleicht einer so strengen Genehmigung unterliegen).

Eine Hilfestellung zu diesen Baugenehmigungsanträgen könnten dabei vielleicht auch die Containerfirmen selbst leisten, sofern diese schon einmal mit einem derartigen Bauvorhaben bei einer öffentlichen Behörde vorstellig wurden. Der „Schreck“ den ein Baubeamter bekommen könnte, wenn sie hier um eine Baubewilligung für eine „Containerhaus“ in einer Wohnsiedlung anfragen, kann relativ rasch „entkräftet“ werden, wenn sie zu den Termin auch Beispiele (PC-Ausdruck reicht) mitnehmen, die zeigen, dass es sich bei Ihrem Haus, nicht nur um eine „Industrieoptik“ handeln muss, sondern dies – durch kleine (vielleicht Kompromisse) Gestaltungsmöglichkeiten durchaus in das „übliche Landschaftsbild“ gut einfügen lässt.

Und um hier also wirklich eine verbindliche Antwort zu bekommen, empfiehlt es sich vorab der Planung mit den zuständigen Leuten in der Bauaufsicht zu sprechen.


 

CONTAINERARTEN/GRÖSSEN:

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Auf der Suche nach dem geeigneten Container(n) erachten wir die sogenannten Bürocontainer, welche bereits (unterschiedliche) Isolierungsarten beinhalten als am Besten für den Wohnungsbau geeignet.

Der Ausbau eines (viel billigeren, vielleicht schon ausrangierten) Schiffcontainers erfordert fachmännische Kenntnisse und auch das dafür erforderliche Werkmaterial. Hier stellt sich die Kostenfrage nur dann, wenn man diese Kenntnisse und Werkzeuge auch selbst mitbringt. Ansonsten würde der Ausbau durch externe sicher sehr schnell die Kosteneinsparung kompensieren.

Container gibt es in vielen Varianten. Hier ein paar Angaben zu einigen- wie es uns scheint – vorrangig für den Hausbau benötigten Containern (siehe nachstehende Graphik)

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(Pic/Containex)

Für nähere Informationen dazu empfehlen wir auch folgenden Link: Interfracht


Wichtig bei der Planung bzw. vor dem Kauf von Containern zu beachten ist, dass eventuell erforderliche „Verstärkungen“ (z.B. durch einen großen Raum ohne Stützen; oder durch die Möglichkeit Kästen/Bilder direkt an der Wand anzubringen- Küche -) schon in der Planung durch den Containeranbieter berücksichtigt werden kann.

Containeranlagen haben bzgl. ihrer Fertigstellung eine Vorlaufzeit. Sie werden meist nach Wunsch (für Hausbauer) angefertigt. Änderungen zeitgerecht einzumelden ist daher nicht unwesentlich – wie es generell nicht unwesentlich ist, sich bereits vorab auch zu der Inneneinrichtung Gedanken zu machen, auch wenn diese erst später erfolgen kann/wird – siehe dazu auch unsere Empfehlungen zum optimalen Hausplan unter: Der optimale Hausplan

Grundsätzlich unterscheidet sich die Planung für ein Containerhaus nicht sehr stark von der Planung eines „normalen“ (is there such a thing called: NORMAL?) Hauses. Sicher, es gibt Limitierungen (z.B. wie & wie viele der Container übereinander platziert werden können, welche Seiten des Containers „ausgeschnitten“ werden könnten etc. etc. All das erfahren sie bei einem Gespräch mit einem Fachmann zu diesem Thema. Dennoch die Grundzüge der Gestaltung obliegen Ihnen.

Wichtig dabei zu beachten ist auch die Türhöhe, die als Standardmaß meistens um 2,25 m bzw. bei manchen Containern auch nur 2,10 m betragen kann.

U.v.m.


ISOLIERUNG:

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Pic imgover-blog-kiwi

Seecontainer sind zu 100% dicht & grundsätzlich nicht isoliert – dh. sie müssen daher noch isoliert werden. Wie sich die Dichtheit verhält, wenn man plötzlich beginnt Fenster und Türen reinzuschneiden – ist fraglich. Vor allem dann, wenn dies nicht durch einen Fachmann passiert.  Grundsätzlich sind aber Umbauarbeiten sehr wohl bei Seecontainern möglich. Dass es auch hervorragende funktionieren, kann zeigen nachfolgende Berichte.

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Hier noch ein paar Angaben als Referenzwert, die man zur Dämmung von Bürocontainern findet:

  • Dämmung des Daches: U=0,236W/m²K
  • Dämmung der Wand: U=0,474W/m²K
  • Dämmung des Bodens: U=0,211W/m²

 

SCHALLSCHUTZ:

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Zu Fragen betreffend Schallschutz der (trotz Isolierung doch) dünnen Blechwände von Containern und dessen Lösung, sind wir auf folgender Seite fündig geworden: Aixfoam

 

Zitat:

Um diesen Lärm kostengünstig und effektiv zu dämmen eignet sich Akustikschaum hervorragend. Die wirtschaftlichste Lösung ist die Direktverklebung der Absorber auf die Innenseite des Containers mittels einer Selbstklebeausrüstung. Jedoch bietet sich in Containern häufig das Problem, das die Innenwände nicht glatt, sondern aus Stabilitätsgründen strukturiert sind.

Aus diesem Grund sollte ein innen strukturierter Container zunächst mit glatten Holz,- Kunststoff,- oder Metallplatten verkleidet werden, um eine passende Oberfläche zum Auftragen der Absorber zu schaffen.  Eine Verklebung der Platten mittels Silikonkleber bietet sich hierbei an.  

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Hier ein Beispiel: Kosten pro Packeinheit rd. 80 €  gefunden utner: Schallabsorber

Unterschiedliche Schallschutzplatten werden hier von Experten angeboten. Für all jene, die sich also mit dem „Selbstausbau von Seecontainern etc“ beschäftigen wollen, vielleicht ein guter Anhaltspunkt hier mal genauer nachzulesen.


RAUMHÖHE:

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Auf der Suche nach einer neuen Wohnung oder bei der Besichtigung eines Fertigteilhauses spielt oftmals das Thema Raumhöhe eine entscheidende Rolle. Denken sie z.B. an alte historische Bauten, wo es früher ein Zeichen von Wohlstand war, hohe Räumlichkeiten zu haben – im Vergleich zu den Neubauten, die heutzutage eher das Gefühl von Enge vermitteln.

Wichtig für ein gutes Wohngefühl, ist die Raumhöhe (im Innnenmaß!!)  sicherlich – und daher unbedingt beim Kauf/der Bestellung der Container zu beachten. Hier empfiehlt es sich die maximale Raumhöhe für einen größer angelegten Hausbau auszunutzen (ca. 2,54 cm).

Niedrigere Deckenhöhen sind gewöhnungsbedürftig  (man hat das Gefühl „erdrückt“ zu werden) – können für manche aber auch das Gefühl von „Gemütlichkeit“ verstärken. Niedrige Decken erzeugen weniger Heizkosten und Materialaufwand (d.h. sie können hier sparen). Sollten sie also eher an kleinere Bauvorhaben denken, so ist diese Variante vielleicht zu bevorzugen.

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Für ein gutes Wohngefühl – nach ihrem Geschmack- gilt es daher auch die Raumhöhe (im Innnenmaß!!) zu beachten.

Hier ein Vergleich:

Bei Neubauten misst die Deckenhöhe ca. 2,30m – 2,50 m

Bei Historischen Bauten 3,30  – 4,50m

Hohe Räume manchen nur einen  guten Eindruck, wenn sie auch groß sind (Fläche). Ansonsten bekommt man sehr schnell das „Kirchturm-Gefühl“ (klein & hoch) was wiederum auch nicht für ein angenehmes Wohngefühl sorgen kann.

Wer also hier sparen möchte und trotzdem nicht das Gefühl haben will, dass einem „die Decke sprichwörtlich auf den Kopf fällt“, kann vielleicht auch in der Innengestaltung nachhelfen. So sollten sie die Decke weiß, hellblau oder in einem Pastellton streichen. Dies vermittelt den Eindruck, dass sie sich weiter oben befindet und somit auch optisch weiter wirkt!!


 

GESTALTUNGSMÖGLICHKEITEN:

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Die Außenwandlackierung der Container wird meist in ein paar Standardfarbtönen angeboten. Grundsätzlich ist jedoch eine Farbauswahl in allen RAL-Farben bei den meisten Containeranbietern (incl. eines Schriftzuges – wie z.B. für eine Firma) möglich.

Sollten sie daran denken, Ihren Container noch außen zu verkleiden, so ist die RAL-Farbe wahrscheinlich sekundär zu beachten.

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Bezüglich Innenausbau können sie Ihrer Fantasie Freiraum geben. Hier unterscheiden sich Containerhäuser nur sehr wenig von anderen Bauweisen.

Ein wichtiger Aspekt sei vielleicht erwähnt: Installationen finden im Container „Aufbau“ (d.h. sichtbar) statt.  Bei den Elektroninstallationen spielt dies vielleicht nicht die große Rolle. Bei Sanitärinstallationen ist dies jedoch von größerer Bedeutung. Die Verkleidung von Rohren spielt hier eine große Rolle, will man ästhetischen Ansprüchen genügen.

Beachten sie daher dies bei der Bemessung der Nassräume hier noch ein wenig mehr an m2 eingeplant werden wird um dieses Thema der „Sichtbarkeit“ leicht zu verändern.


KOSTEN:

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Nach Rückfrage bei einem der größten Containeranbieter in Europa betreffend  Bürocontainerpreise für die Errichtung eines Familienhauses, wurde uns ein Preis um die 700EUR/m2 NETTO genannt. Wobei man dabei festhalten muss, dass wir dabei auch wegen höherwertiger/ganzflächiger Fensterflächen angefragt haben. Es wäre also schon eine etwas „luxuriösere Ausstattung“ als die üblicherweise angebotenen Fenstereinbauten in den Maßen:  Fenster ca. 2.14 x 1.37 m, bzw. Außentür ca 0,87 x 2.0 m.

Damit sollte also ein Richtwert für Ihre Planung vorhanden sein. Im Vergleich zum Fertigteilhaus (1.500EU/m2++) immer noch eine günstigere Bauweise.  Wie es sich mit Seecontainern & dessen Ausbau verhält, lässt sich hier schwer abschätzen. Die Container sind gebraucht teilweise um 1.500-2.500 EUR/Stk./40Zoll verfügbar.  Je nachdem wie hoch hier die Eigenleistung angenommen werden kann, werden auch die Gesamtkosten steigen bzw. fallen.


BAUZEIT:

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Container sind leicht zu transportieren und können einfach mit einem Kran auf ihren Baugrund gebracht werden.

Durch den einfachen Aufbau (siehe dazu Container Homes Teil 1) kann die Bauzeit maximal ein paar Tage/Wochen dauern. Abhängig von der Gestaltung der Außenfassade.

Wichtig dabei ist natürlich auch, dass vorab ein Fundament nach genauen Vorgaben errichtet wurde, eine optimale Heizung-/Kühlanlage ausgewählt wurde, die notwendigen Aufschließungen (Elektro, Strom, Wasser etc.) erfolgt sind und etwaige gewünschte Sonderleistungen (z.B. Fußbodenheizung etc) in der Fertigung der Containern bereits berücksichtigt wurde.

Über Fragen, Ideen und Anregungen zu unserem Blog freuen wir uns.

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